Siemens wird grüner

Nach dem Beschluss v0n Siemens, sich zukünftig nicht mehr am Bereich AKW-Bau zu beteiligen, erhöht der Technologiekonzern sein Engagement für Windkraft- und Solarenergie. 40 Hochspannungs-Gleichstromübertragungsnetze (HGÜ), die das Transportproblem bei der Einspeisung und Verteilung von erneuerbaren Energien beheben, hat Siemens bereits weltweit errichtet. Mit dieser Technik kann der Wechselstrom in Gleichstrom umgewandelt werden, wodurch es bei längeren Verteilerstrecken zu geringeren Verlusten kommt. Um bis zu 40 Prozent sinken die Energieverluste bei der Nutzung von HGÜ-Leitungen. Damit sollen zukünftig auch die maroden Stromnetze Europas erneuert werden. Innerhalb der kommenden vier Jahre muss Deutschland die neuen Stromnetze installiert haben, wenn die bis dahin geplante Energiewende erfolgreich sein soll. Siemens hält aktuell 40 Prozent des Marktanteils für HGÜ-Leitungen und hat einen entsprechend hohen Anteil an dieser Aufrüstung. Problematisch sieht Siemens Energie-Chef Michael Süß allerdings die noch immer hohen bürokratischen Hürden, die eine Umstellung der Energieerzeugung auf erneuerbare Energien erschweren. Süß: „Wir liegen hinter dem Zeitplan zurück“. Rund 4.500 Kilometer an neuen Stromleitungen müssen bis 2015 in Deutschland gebaut werden. Die dafür veranschlagten Gesamtkosten liegen in zweistelliger Milliardenhöhe. Doch der Energie-Chef von Siemens ist sicher, dass das Projekt zu bewältigen ist, wenn Politik, Behörden und Wirtschaft eng zusammen arbeiten.

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