Die deutschen Übertragunsnetz-Betreiber teilten jetzt mit, dass die EEG-Umlage im kommenden Jahr, um einen auf sechs Cent steigen wird. Das entspricht einer Erhöhung um fast 20 Prozent. Ein durchschnittlicher Familienhaushalt, mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden, zahlt dann ca. 3,30 Euro monatlich mehr, als bisher. Mit der EEG-Umlage wird die Förderung von Ökostrom finanziert. So erhalten beispielsweise die Betreiber von Ökostrom-Anlagen eine Vergütung, mit 20-jährige Garantie, für den in das Netz eingespeisten Strom. Rund 19,1 Milliarden Euro werden dafür 2014 Euro voraussichtlich benötigt. Dadurch wirkt sich die derzeitige Senkung der Börsenpreise für Strom nachteilig für den Verbraucher aus, da mit der EEG-Umlage die Differenz zwischen dem Börsenpreis und dem garantierten Preis für Ökostrom bezahlt wird. Allerdings widerspricht der Bundesverband der Solarwirtschaft der Kritik, dass dies der Hauptgrund für die Erhöhung sei. 36 Prozent der Erhöhung werden zusätzlich für die Ökostrom-Förderung, aufgrund der gesunkenen Preise benötigt. Mit 33 Prozent der Mehreinnahmen müssen die zahlreichen Ausnahmen für energieintensive Unternehmen bezahlt werden und nur 15 Prozent verbleiben für den Bau neuer Ökostromanlagen.
EnBW will ein „Öko-Konzern“ sein
Der ehemalige Atomstromlieferant EnBW, hat sich für einen Umbau zum „Öko-Konzern“ entschieden. Zukünftig will EnBW Strom vorrangig aus Wind und Wasser erzeugen. Da die großen Gewinne durch den Atomausstieg wegfallen, will das Unternehmen sich auch in der Gasversorgung engagieren. Wie jetzt bekannt wurde, plant EnBW derzeit die komplette Übernahme des Gasversorgers Süddeutschland GVS und dessen Schwestergesellschaft Terranets BW. Bisher war die Gasversorgung eher ein Nebengeschäft für den Konzern. 2,5 Milliarden Euro, vom Gesamtumsatz EnBW’s in Höhe von 19,2 Milliarden Euro, gingen 2012 auf den Gasumsatz zurück. Doch bereits im vergangenen Jahr entschied das Unternehmen sich für einen neuen Vertrag mit dem russischen Gaslieferanten Novatek, der über zehn Jahre lang, 21 Milliarden Kilowattstunden Gas an EnBW liefern wird. Mit dem Vertrag hat EnBW außerdem sicher gestellt, selbst Angebote strukturieren zu können und sich so, für den erhofften Ausbau der Partnerschaften mit den Kommunen zu qualifizieren. Diesbezüglich wäre auch die Übernahme des GVS vorteilhaft, für die Verhandlungen. Die Finanzierung der Übernahme, für die eine Summe in dreistelliger Millionenhöhe bekannt wurde, ist allerdings noch nicht gesichert. Angedacht wird derzeit, auch „institutionelle Anleger“ an dem Geschäft zu beteiligen.
Heizkosten: Weitere Preissteigerung erwartet
Für die kommende Wintersaison könnten die Heizkosten um bis zu 18 Prozent steigen. Davon gehen die Analysten des Deutschen Mieterbundes, aufgrund der bisherigen Entwicklung aus. Erst 2012 waren die Heizosten bundesweit um durchschnittlich neun Prozent gestiegen. So werden beispielsweise, in diesem Jahr, für eine 70 Quadratmeter große, mit Öl geheizte Wohnung, rund 1127 Euro allein an Heizkosten fällig. 2012 lagen die Durchschnittskosten noch bei 990 Euro, was einer Steigerung von 14 Prozent entspricht. Für Gasheizungen errechnete der Deutsche Mieterbund sogar eine Erhöhung um knapp 18 Prozent. „Die Hauptfaktoren bei den Heizkosten sind der Heizenergieverbrauch eines Gebäudes und der Energiepreis“, erklärte die Geschäftsführerin der gemeinnützigen Gesellschaft „co2online“, Tanja Loitz. „Die Energiepreise kann der Verbraucher nicht beeinflussen. Daher ist eine energetische Modernisierung der richtige Weg, um den Heizenergieverbrauch und damit die Heizkosten langfristig zu senken.“ Ein zusätzlicher Preistreiber ist die lange Kältephase, zum Beginn des Jahres 2013, in der die Temperaturen um 12 Prozent niedriger lagen, als im Vorjahr.
Energiewirtschaft fordert Senkung der Ökostrom-Förderung
Die Energiewirtschaft fordert einen kompletten Umbau, der aktuell stattfindenden Ökostrom-Förderung. So sollte, nach Meinung der Sprecher des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), vor allem die feste Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energien gestrichen werden. Diese bereitet den großen Stromkonzernen viel Kopfzerbrechen, da die Einspeisungen von privat oft unregelmäßig und zu Tageszeiten kommen, in denen ohnehin weniger Strom benötigt wird. Das überfordert einen Großteil des nicht darauf ausgelegten Stromnetzes und mindert zudem die Gewinne der Großunternehmen erheblich. Bei einer Änderung des derzeitigen Konzepts müsse, so die Energiewirtschaft, verstärkt auch die Sicherheit der Versorgung durch erneuerbare Energien gefordert werden können. Bisher haben Betreiber von Ökostromanlagen die Sicherheit eines für 20 Jahre garantierten Festpreises, zu dem beispielsweise auch Privatnutzern überschüssiger Strom abgekauft wird. Dies stellt eine der attraktivsten Förderungen von Ökostrom dar und hat sich in den vergangenen Jahren, als Antrieb für den Verkauf von Ökostromanlagen, bewährt. Allerdings vermindert es, wenn auch bisher nur in kleinem Maßstab, die Abhängigkeit der Verbraucher, von den großen Energiekonzernen – eine Entwicklung, die jenen natürlich ein Dorn im Auge sein muss. „Wir erwarten von der neuen Bundesregierung, dass sie jetzt die Expertise der Energiewirtschaft ernst nimmt und auf der Basis unserer Vorschläge die Orientierungslosigkeit in der energiepolitischen Debatte beendet“, erklärt BDEW-Präsident Ewald Woste. Noch steht jedoch die Regierungsbildung aus und es bleibt zu hoffen, dass die entstehende Koalition die Forderungen der BDEW mit genügend Neutralität beurteilt.
Jetzt Gasanbieter wechseln und sparen!
Mit dem Wechsel des Gasanbieters können Verbraucher bis zu 755 Euro im Jahr einsparen. Das ermittelte die Stiftung Warentest. Dafür untersuchte sie bundesweit, in 20 Großstädten die Tarife, in Bezug auf verschiedene Musterhaushalte. Die Grundtarife der Stadtwerke der einzelnen Bundesländer sind verschieden, so dass auch die Höhe der Ersparnis variiert. Am meisten gewinnen Verbraucher in Leipzig, von einem Anbieter- oder Tarifwechsel. Bei rund 20.000 verbrauchten Kilowattstunden jährlich, sparen sie bei einem Wechsel zum Tarif „Montana garant“ 755 Euro im Jahr. Verglichen wurden aber auch die möglichen Einsparungen bei einem geringeren Verbrauch, zum Beispiel für Singles, ab 7500 verbrauchten Kilowattstunden. Dabei berücksichtigten die Tester zudem die oft nicht leicht ersichtlichen Vertragsklauseln, Kündigungsfristen und Anschlusslaufzeiten. Diese können für Kunden relevant werden, wenn eventuelle spätere Preiserhöhungen einen erneuten Anbieterwechsel angezeigt sein lassen. Die Ergebnisse der Untersuchung veröffentlichte die Stiftung in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“. Hier können Verbraucher das für ihre Stadt günstigste Angebot herausfinden.