Category: Ökostrom

Ist Ökostrom wirklich Öko?

Von , 2. Februar 2012 15:27

Wie die Zeitschrift “test” ermittelte, sind nicht alle als “Öko” bezeichneten Stromtarife wirklich umweltfreundlich. Nur rund zwei Drittel aller untersuchten Ökostromtarife schonen tatsächlich die Umwelt. Das ist allerdings weniger die Schuld unabhängiger Anbieter, sondern ergibt sich aus der noch immer vorhandenen Vormachtstellung der konventionellen Stromerzeugung. So wird von großen Konzernen beispielsweise Ökostrom angeboten, der mit Atomenergie erzeugt wird. Außerdem schließen etliche Stromanbieter mehr Ökostromverträge ab, als sie tatsächlich durch ihren Anteil an Ökostrom abdecken. Wer sich entschließt seine Stromversorgung umzustellen, sollte deshalb vorab veröffentlichte Untersuchungen durch unabhängige Analysten zu Rate ziehen. Die immer noch verbreitete Meinung, Ökostrom wäre teurer als Strom aus konventioneller Stromerzeugung, konnte von den Experten der “test” erneut widerlegt werden. Tatsächlich sind, abhängig vom jeweiligen Anbieter, viele Ökostromtarife wesentlich günstiger, als “Normalstrom”. Vor allem die “treuen” Kunden zahlen oft mehr, als diejenigen, die bereits mindestens einmal ihren Stromanbieter gewechselt haben, da sie noch in der Grundversorgung stecken. Das jedoch ist bei den meisten Unternehmen der teuerste Tarif. Umso mehr lohnt es sich zu vergleichen. Ein Wechsel schont nicht nur die Umwelt und das Klima, sondern kann auch den Geldbeutel erheblich entlasten.

Schwaches Stromnetz: Tausende Ökostromanlagen bereits veraltet

Von , 12. November 2011 12:02

Wie ein Experten-Team des Bundeswirtschafts- und Bundesumweltministeriums, der Bundesnetzagentur und weiterer zuständiger Verbände aus dem Bereich regenerative Energien ermittelte, müssen die ersten der in den vergangenen Jahren errichteten Ökostromanlagen in naher Zukunft schon wieder nachgerüstet werden. Der Grund dafür liegt in dem zu schwachen Stromnetz. Dieses verursacht, dass eine große Zahl von Windrädern, Wasserkraftwerken und Biogasanlagen automatisch abgeschaltet wird, wenn die Frequenz Grenzwerte von rund 50 Hertz überschreiten. Die Anlagen wurden entsprechend eingestellt, als die Produktion von Ökostrom noch wesentlich geringer war. Inzwischen wird durch Ökostrom jedoch in Spitzenzeiten bereits bis zu 20 Prozent des gesamten benötigten Stroms generiert. Mehrere Tausend Ökostromanlagen könnten gleichzeitig ausfallen, wenn die Grenzwerte nicht neu justiert werden. Um die Gefahr eines größeren Stromausfalles zu minimieren, berät die Experten-Gruppe aktuell über die notwendigen Umbaumaßnahmen.

Windräder wegen schlechter Stromnetze zwangsabgestellt

Von , 3. November 2011 10:10

Wegen der noch immer zu schwachen Stromnetze in Deutschland, müssen Windräder immer wieder zwangsweise abgeschaltet werden. Wie eine Studie jetzt ergab, hat sich der Umfang der Verluste durch diese Abschaltungen zwischen 2009 und 2010 verdoppelt, obwohl die beiden Jahre relativ windarm waren. So mussten im vergangenen Jahr 1085 mal Windkraftanlagen in Deutschland abgeschaltet werden. “In den nächsten Jahren ist von einem weiteren Anstieg der Ausfallarbeit bei Windenergieanlagen auszugehen”, kritisieren die Ersteller der Studie. Vor allem Nachts kommt es immer wieder zu Überlastungen des Stromnetzes, wenn die Nachfrage nach Strom geringer ist, aber zeitgleich mehr Wind für höhere Stromerzeugung sorgt. Wegen der noch immer fehlenden Netzkapazität, kann der Strom auch nicht in Gebiete transportiert werden, in denen er eventuell benötigt würde. Zwar gibt es als Ausgleich für die Besitzer von Windkraftanlagen eine Entschädigung für diese Ausfälle, diese werden jedoch nur sporadisch ausgezahlt. “Zum Teil wurden Abschaltungen 2010 in Rechnung gestellt, die bis heute nicht vergütet sind”, erklärte der BWE-Präsident Hermann Albers, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. “Wir haben den Eindruck, dass die Netzbetreiber die Agentur nicht über die Höhe der Abschaltungen informieren und damit ihre gesetzliche Pflicht nicht erfüllen.” Die Entschädigungen werden von der Bundesnetzagentur gezahlt, wofür diese aber von den Netzbetreibern genaue Angaben über die Zahl und Länge der Netzabschaltungen benötigen.

Ausstieg aus der Braunkohle gefordert

Von , 25. Oktober 2011 16:56

Nach dem Ausstieg aus der Kernenergie planen erste Organisationen des Bundeslandes Brandenburg jetzt auch den allmählichen Ausstieg aus der Braunkohle. Der Brandenburger Bauernbund kündigte die Gründung eines “Bündnis Heimat und Zukunft in Brandenburg” an, dessen Ziel es ist, die Menschen gegen die Nutzung der, die Umwelt belastenden Braunkohle, zu mobilisieren. Die Fixierung auf Braunkohle habe die Energiepolitik Brandenburgs in eine Sackgasse geführt, wie im Gründungsaufruf des neuen Bündnis argumentiert wird. Die von der Landesregierung geplante Abbaggerung neuer Braunkohlelager, würden große Teile der brandenburgischen Kulturlandschaft nachhaltig zerstören. Betroffen sind davon beispielsweise Atterwasch, Grabko, Proschim und Kerkwitz. “Kein verantwortlich denkender Politiker darf Teile Brandenburgs und seiner Bewohner abschreiben”, fordert das Bündnis. Die Politik sollte einen Genehmigungsstopp für neue Tagebaue aussprechen und lieber in regenerative Energien investieren. Der Gründungsaufruf wurde bereits von mehreren Landtagsabgeordneten der Grünen, der CDU, der SPD, von namhaften Wissenschaftlern und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland unterzeichnet.

Kraftwerk mit Algenzuchtanlage

Von , 12. Oktober 2011 18:46

Der Energiekonzern Vattenfall eröffnet am 12. Oktober eine neue Algenzuchtanlage. Diese ist an das Heizkraftwerk in Senftenberg gekoppelt und ist die weltweit größte Algenzuchtanlage dieser Art. In Röhren mit insgesamt 48.000 Litern Fassungsvermögen, werden hier Algen gezüchtet, die mit dem Kohlendioxid des Heizkraftwerkes “ernährt” werden. Das Heizkraftwerk wird mit Braunkohle betrieben. Die Algen nehmen das dabei entstehende Rauchgas auf und produzieren daraus Sauerstoff und wertvolle Biomasse. Das senkt den CO2-Ausstoß und verringert dadurch die Gefahr von Klimaschäden. Die Algenzuchtanlage ist ein Forschungsprojekt, dass von der Bundesregierung und der Europäischen Union gefördert wird.