EON plant in der Nordsee einen Windpark mit 80 Anlagen zu errichten. Der Verantwortliche für erneuerbare Energien in Mitteleuropa Sven Utermöhlen sagte am Rande einer Konferenz in Berlin, dass das Milliarden schwere Projekt “Amrumbank West” das nächste große Ziel von EON wäre. Die Anlagen sollen eine Leistung zwischen 300 und 400 Megawatt haben. Doch die exakte Größe des Windparks ist noch unklar, da das Projekt noch in der Planungsphase ist. Mitte 2011 soll dann die endgültige Bauentscheidung fallen, so dass der Park bis spätestens 2014 in Betrieb gehen könne. Utermöhlen verwies auf die Erfahrungen, die EON beim Bau des gemeinsam mit Vattenfall und EWE gebauten Windparks “Alpha Ventus” gemacht habe. Jeder neue Windpark wäre ein voller Erfolg.
Vor den Küsten Schottlands, soll eine schwimmende Windkraftanlage entstehen. Das gab der schottische Ministerpräsident Alex Salmond, zusammen mit Vertretern des Energieunternehmens Statoil bekannt.”Schottland hat unvergleichliche marine Ressourcen und mit unserem riesigen Potenzial an Off-Shore-Wind können wir wegweisend sein für die Zukunft der sauberen Energien vom Meer”, äußerte der Politiker bei einem BBC-Interview. Die Firma Statoil testet seit 2009 erfolgreich eine solche Anlage in den Gewässern Norwegens. Aufgrund des geringeren Einflusses des Wasserwiderstandes, können schwimmende Windräder an besonders Windreichen Stellen platziert werden. Zwei mögliche Standorte werden jetzt auf ihre Eignung geprüft. Eine lohnende Investition für die in Betracht gezogenen Ortschaften. Nach Angaben des Ministerpräsidenten Salmond, hat die Windenergie in Schottland ein Potential für 20.000 neue Arbeitsplätze und Investitionen in Höhe von circa 35 Milliarden Euro.
Das deutsche Unternehmen Siemens, will seine Geschäfte mit erneuerbaren Energien weiter ausbauen. Vor allem in den USA, plant die Firma hohe Investitionen in diesem Bereich. So gelang es dem Unternehmen Aufträge für Windturbinen zu bekommen, die einen Umsatz von 800 Millionen Euro gewährleisten. Unter anderem baut Siemens gemeinsam mit dem örtlichen Energieunternehmen in Oklahome eine Windkraftanlage, mit insgesamt 98 Windturbinen auf. Auch in Kansas will Siemens sich engagieren. Dort errichtet die Firma eine neue Zweigstelle für die Rotorblatt-Herstellung auf, die circa 300 Arbeitsplätze vor Ort sichern soll. Zusammen mit dem Südkoreanischen Hersteller Samsung, gelang es Siemens seinen bisher größten Vertrag in Kanada zu erhalten. 260 Windturbinen werden aus Deutschland in die Provinz Ontario geliefert. 600 Megawatt Leistung, sollen Diese erzeugen. Das entspricht dem Stromverbrauch von einer viertel Million Privathaushalten. Im Umweltschutz hinkten die USA und Kanada jahrzehntelang hinterher. Die langsam auch bei den Amerikanern dämmernde Erkenntnis, dass es so nicht weiter geht, hat Siemens für sich zu nutzen gewusst. Die Firma geht davon aus, wie die Sprecherin in Erlangen jetzt bekannt gab, dass den bisherigen Großaufträgen weitere folgen werden.
Spanien gilt weltweit als Vorreiter beim Ausbau von erneuerbaren Energien. Nun muss Spanien aber die Reißleine ziehen und die Förderung bei Photovoltaikanlagen erheblich kürzen. Dies teilte das Industrieministerium in Madrid mit. Die Kürzungen bei der Windenergie und bei der Solarthermie wurden von der Regierung bereits angekündigt. Die Kürzungen belaufen sich dabei bei 45 Prozent weniger Förderung auf großflächige Photovoltaik-Anlagen am Boden. Große Anlagen auf Dächern bekommen 25 Prozent weniger Zuschuss und die Privatanlagen auf Dächern werden um fünf Prozent Förderung gekürzt. Die Förderung für Solarstrom schluckte in den ersten fünf Monaten diesen Jahres fast eine Milliarde Euro, die für Spanien einen noch enormeren Anstieg der Schulden mit sich brachte. Die Regierung des in der größten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten steckenden Landes will seine Schulden deshalb mit der starken Kürzung herunterfahren. Doch auch hierzulande wurden die Solarförderungen bereits mehrmals gekürzt. Zuletzt wurden am 01. Juli 2010 die Förderungen für Photovoltaikanlagen auf Hausdächern um 13 Prozent gesenkt. Zum 1. Oktober 2010 erfolgt eine Kürzung um weitere drei Prozent. Bei Anlagen auf Freifläche sieht die Kürzung fast genauso aus. Hier handelt es sich um eine Kürzung von 12 Prozent und ebenfalls um weitere drei Prozent ab Oktober.
Doch eine Anlage auf dem eigenen Dach rentiert sich bei günstigen Optionen immer noch, denn die Preise für Solarmodule sinken.
In Berlin teilte der Bundesverband Windenergie und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mit, dass die Erwartungen im ersten Halbjahr bei dem Bau neuer Anlagen weit zurück lagen. Grund dafür sieht man in dem langen Winter, wegen dem der Aufbau der Windräder oft verschoben wurde. Doch nicht nur in Deutschland liegt man mit dem Ausbau der Windenergieanlagen zurück. Weltweit dürfte die Leistung in 2010 wegen eines Einbruchs des amerikanischen Marktes leicht auf 38 000 Megawatt abnehmen. Deutschland liegt aber beim Ausbau von Windanlagen weit vorne. Nach Verbandsangaben haben die Windanlagenhersteller rund 6,4 Milliarden Euro Umsätze erwirtschaftet. Dies entspricht einem Marktanteil von 17,5 Prozent. Die Exportquote liegt bei 75 Prozent. Direkt und indirekt beschäftigt die Branche 100.000 Menschen. Im Jahr 2011 soll der Ausbau aber wieder weiter anwachsen. Die geplanten neuen Flächenausweisungen sind in Schleswig-Holstein, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern und einer windkraftfreundlicheren neuen Landesregierung in Nordrhein-Westfalen. Auf dem offenen Meer sind weiterhin neue Projekte geplant. In diesem Zusammenhang sollte aber auch der Ausbau von Gezeitenkraftwerken durchdacht werden. Diese werden zumindest unterhalb des Wassers gebaut.