Wie sich dein Strompreis eigentlich zusammensetzt – einfach erklärt

29. Januar 2026 | Energie-Ratgeber

Viele schauen auf ihre Stromrechnung und sehen am Ende nur eine Zahl.
X Cent pro Kilowattstunde.
Teuer oder günstig – mehr bleibt oft nicht hängen.
Dabei ist der Strompreis kein einzelner Wert, sondern ein Puzzle aus mehreren Bausteinen.
Wenn man die einmal verstanden hat, sieht man Stromkosten plötzlich mit ganz anderen Augen.


Strom ist nicht gleich Strom

Der größte Denkfehler:
Viele glauben, sie zahlen hauptsächlich für den Strom selbst.

In Wahrheit ist das nur ein Teil der Rechnung.

Dein Strompreis setzt sich aus vier großen Komponenten zusammen, die zusammen den Endpreis ergeben. Erst ihr Zusammenspiel macht Strom teuer – oder erträglich.


1. Der eigentliche Strompreis (Energiebeschaffung)

Das ist der Teil, an den die meisten denken.
Hier geht es um die Kosten für die Erzeugung und den Einkauf von Strom an der Börse.

Dieser Anteil liegt oft nur bei 30–40 % des Gesamtpreises.
Und genau hier sieht man seit einiger Zeit Entspannung – Solar- und Windenergie drücken die Großhandelspreise.

Was viele überrascht:
Selbst wenn dieser Teil günstiger wird, sinkt der Endpreis oft kaum.


2. Netzentgelte – der unsichtbare Brocken

Netzentgelte sind der Preis dafür, dass der Strom überhaupt bei dir ankommt.
Leitungen, Umspannwerke, Wartung, Ausbau – all das kostet Geld.

Dieser Posten macht inzwischen 25–30 % deines Strompreises aus.
Und er ist regional unterschiedlich. Deshalb zahlen Haushalte in manchen Regionen deutlich mehr – bei gleichem Anbieter.

Netzentgelte steigen seit Jahren. Und genau hier liegt einer der Hauptgründe, warum Strom für viele teuer bleibt.


3. Steuern, Abgaben und Umlagen

Dieser Teil ist politisch geprägt.
Dazu gehören unter anderem:

  • Stromsteuer
  • Konzessionsabgabe
  • Mehrwertsteuer

Auch wenn einige Umlagen (wie die EEG-Umlage) weggefallen sind, machen staatliche Abgaben immer noch einen spürbaren Anteil aus.

Der Staat verdient an jeder Kilowattstunde mit – egal, wie sparsam du bist.


4. Grundpreis – der oft unterschätzte Faktor

Der Grundpreis wird monatlich gezahlt, unabhängig vom Verbrauch.
Er deckt Verwaltung, Abrechnung, Service und Infrastruktur.

Gerade für kleine Haushalte ist er entscheidend.
Ein Tarif mit günstigem Arbeitspreis, aber hohem Grundpreis kann am Ende teurer sein als gedacht.

Viele schauen hier nicht genau hin – und verschenken jedes Jahr Geld.


Warum Eigenverbrauch so mächtig ist

Jetzt wird klar, warum Balkonkraftwerke und Eigenverbrauch so attraktiv sind.

Eigener Strom:

  • zahlt keine Netzentgelte
  • keine Steuern
  • keine Abgaben
  • keinen Grundpreis

Jede selbst erzeugte Kilowattstunde umgeht große Teile dieses Preis-Puzzles komplett.


Der Strompreis ist kein Mysterium – aber er ist komplexer, als viele denken.
Wer versteht, wofür er eigentlich zahlt, trifft bessere Entscheidungen: beim Tarif, beim Verbrauch, beim Investieren in eigene Energie.
Strom wird nicht günstiger, nur weil man hofft.
Er wird günstiger, wenn man ihn versteht.