Der teuerste Kasten in deiner Bude: Warum der Durchlauferhitzer dein Konto plündert (und 3 Tricks dagegen)

26. Januar 2026 | Energie-Ratgeber

Moin zusammen!
Hoffe, ihr friert nicht allzu sehr bei dem Wetter da draußen. Wenn ich morgens bei den aktuellen Januartemperaturen aus dem Bett muss, gibt es eigentlich nur einen Gedanken, der mich motiviert: Eine schöne, lange, heiße Dusche.
Aber letztens stand ich so unter dem warmen Strahl und mein Blick fiel auf diesen weißen, unscheinbaren Kasten an der Wand. Der Durchlauferhitzer.

Und plötzlich war mir nicht mehr ganz so warm. Eher wurde mir schlecht.

Im letzten Artikel über den Umzug hatte ich es ja kurz erwähnt. Wenn ihr keinen Gaskessel oder eine Zentralheizung habt, sondern euer Wasser mit Strom warm macht, dann hängt da ein wahres Monster an eurer Wand. Viele Mieter unterschätzen das total.

Heute zeige ich euch mal die nackte Wahrheit über das elektrische Warmwasser und vorallem, wie ihr den Wahnsinn stoppen könnt, ohne kalt duschen zu müssen.

Was passiert da eigentlich im Kasten? (Kurze Physik-Stunde…)

Ein Durchlauferhitzer macht genau das, was sein Name sagt. Kaltes Wasser läuft durch, wird in Sekundenbruchteilen erhitzt und kommt warm aus dem Duschkopf. Damit das so schnell geht, braucht das Gerät extrem viel Power.

Wir reden hier nicht von 2.000 Watt wie bei einem Staubsauger. Ein normaler Durchlauferhitzer für die Dusche hat 18 bis 24 Kilowatt (kW) Leistung!

Wenn der anspringt, dreht sich euer Stromzähler im Keller so schnell, dass er fast abhebt. In dem Moment, wo ihr unter der Dusche steht, verbraucht ihr so viel Strom, als würdet ihr gleichzeitig 10 Backöfen laufen lassen. Irre, oder?

Die Schock-Rechnung: Was kostet einmal Duschen?

Ich bin ja ein Fan von Zahlen. Machen wir mal ein Beispiel.

Du bist ein „Genießer-Duscher“. Du stehst morgens 10 Minuten unter dem warmen Wasser. Dein Durchlauferhitzer läuft auf einer hohen Stufe (sagen wir mal mit 18 kW).

  • Verbrauch pro Dusche: 18 kW geteilt durch 6 (weil 10 Minuten ein Sechstel von einer Stunde sind) = 3 kWh
  • Kosten bei 35 Cent pro kWh: 3 kWh x 0,35 € = 1,05 Euro pro Dusche!

Das klingt erstmal nicht nach viel. Ein Euro. Aber jetzt rechnen wir das mal hoch.

Du duschst jeden Tag.

1,05 € x 365 Tage = 383 Euro im Jahr. Nur für dich!

Hast du einen Partner und vielleicht noch zwei Teenager-Kinder die gerne mal 20 Minuten im Bad verschwinden?

Dann bist du Ruckzuck bei über 1.200 Euro Stromkosten nur für Warmwasser im Jahr. Da ist noch kein Licht, kein Kühlschrank und kein Fernseher dabei.

Meine 3 Sofort-Tricks gegen die Wasser-Rechnung

Da man als Mieter den Kasten an der Wand meistens nicht einfach gegen was Sparsames austauschen kann, müssen wir das Problem anders angehen. Hier sind meine drei Hebel.

1. Der Temperatur-Trick (Der größte Fehler überhaupt)

Habt ihr eine Einhebel-Mischbatterie? Also wo man den Hebel nach links für „Warm“ und rechts für „Kalt“ dreht?

Der größte Fehler den fast alle machen: Der Durchlauferhitzer steht auf der höchsten Stufe (oft 60 Grad). Das Wasser was rauskommt ist viel zu heiß. Was machst du also? Du mischst an der Armatur wieder kaltes Wasser dazu, bis es angenehm ist (meistens so um die 38 Grad).

Das ist totaler Schwachsinn! Der Kasten verbraucht volle Power für 60 Grad, und du kühlst es wieder runter.

Die Lösung: Stell den Durchlauferhitzer selbst auf ca. 38 oder 39 Grad ein (oder Stufe „Eco“ bei den ganz alten Modellen). Wenn du jetzt den Hebel ganz auf Warm drehst, hast du die perfekte Duschtemperatur. Du mischst kein Kaltwasser mehr bei. Das spart locker 20-30% Strom.

2. Der magische Duschkopf

Ein normaler Duschkopf haut locker 12 bis 15 Liter Wasser pro Minute durch. Jeder Liter muss teuer erhitzt werden.

Kauf dir für 20 Euro einen Sparduschkopf (auch Strahlregler genannt). Der mischt Luft in den Wasserstrahl. Das fühlt sich beim Duschen genauso voll an, aber es kommen nur noch 6 bis 8 Liter pro Minute raus.

Weniger Wasser = Weniger zu erhitzen = Halber Stromverbrauch. Das Teil hat sich nach zwei Monaten abbezahlt. Versprochen.

3. Einseifen und Musik aus

Okay, das klingt jetzt wie ein Tipp von Oma, aber es stimmt halt.

Wasser beim Einseifen und Rasieren ausmachen! Wer den Strahl 10 Minuten laufen lässt, während er sich das Shampoo aus den Augen reibt, der verbrennt einfach nur Kohle.

Hydraulisch oder Elektronisch: Ein kleiner Unterschied

Vielleicht plant ja jemand von euch gerade eine Badsanierung. Achtet mal auf euer Modell.

Es gibt die alten hydraulischen Erhitzer (die oft so ein lautes „Klack“ machen, wenn das Wasser angeht). Die kennen nur zwei Zustände: „Halbgas“ oder „Vollgas“. Die sind extreme Stromfresser.

Moderne elektronische Durchlauferhitzer messen die Einlauftemperatur. Im Sommer, wenn das Leitungswasser eh schon wärmer ist, brauchen sie viel weniger Strom um es auf Duschtemperatur zu bringen. Wenn ihr den Vermieter also überreden könnt das alte Ding auszutauschen: Macht es!

Das Zünglein an der Waage

Ein Durchlauferhitzer katapultiert euren Jahresverbrauch schnell von normalen 2.000 kWh auf 4.000 kWh oder mehr.

Das Fatale daran: Wenn euer Stromverbrauch so hoch ist, wirkt sich ein zu teurer Stromtarif doppelt so schlimm aus.

Ob ihr nun 38 Cent beim Grundversorger oder 28 Cent beim günstigen Öko-Anbieter zahlt… bei 4.000 kWh macht das einen Unterschied von 400 Euro pro Jahr.

Da ihr an der Heizart in der Wohnung oft nichts ändern könnt, bleibt euch nur eine einzige echte Waffe gegen diesen Stromfresser: Ein günstiger Stromtarif.

Also, Haare föhnen, ab auf die Couch und mal fix in den Vergleichsrechner tippen, ob ihr nicht zu viel bezahlt.

Bis zum nächsten Mal und warmes Duschen!