Was dein Stromanbieter dir nicht sagt – aber wissen solltest
Dein Stromanbieter lügt dich nicht an.
Er sagt dir nur nicht alles.
Die wichtigen Infos stehen irgendwo im Kleingedruckten, in Preisblättern, Fußnoten oder PDFs mit 14 Seiten. Man kann sie finden – wenn man weiß, wonach man sucht.
Die meisten tun das nicht. Und genau davon lebt das System.
Der Preis ist selten der echte Preis
Der beworbene Arbeitspreis sieht oft gut aus.
Was man dir nicht aktiv erklärt: Wie stark Grundpreis, Netzentgelte und Zusatzkosten den Endpreis nach oben ziehen.
Viele vergleichen nur „Cent pro kWh“.
Dabei entscheidet oft der monatliche Fixbetrag darüber, ob ein Tarif wirklich günstig ist – oder nur so aussieht.
Gerade bei kleineren Haushalten ist ein niedriger Arbeitspreis mit hohem Grundpreis oft die schlechtere Wahl. Das sagt dir aber keiner.
Preisgarantie heißt nicht, was du denkst
„12 Monate Preisgarantie“ klingt nach Sicherheit.
In Wahrheit ist das oft nur eine eingeschränkte Garantie.
Häufig garantiert wird nur der Energiepreis – nicht Netzentgelte, nicht staatliche Umlagen, nicht Steuern.
Steigen diese Posten, steigt dein Gesamtpreis trotzdem.
Formal korrekt. Praktisch frustrierend.
Neukunden sind wichtiger als du
Das ist einer der unangenehmsten Punkte.
Neukunden bekommen fast immer bessere Konditionen als Bestandskunden. Boni, günstigere Preise, flexible Laufzeiten.
Bestandskunden bekommen… Ruhe.
Oder anders gesagt: Solange du nicht kündigst, passiert oft gar nichts.
Viele zahlen jahrelang mehr, nur weil sie nicht wechseln.
Nicht aus Bequemlichkeit – sondern weil sie davon ausgehen, fair behandelt zu werden.
Boni sind kein Geschenk
Neukundenboni sind kein Rabatt aus Freundlichkeit.
Sie sind ein Lockinstrument.
Der Tarif selbst ist oft teurer kalkuliert, der Bonus wird später einmalig verrechnet – und im zweiten Jahr zahlst du plötzlich deutlich mehr.
Wer den Bonus mit dem eigentlichen Tarifpreis verwechselt, erlebt nach 12 Monaten eine böse Überraschung.
Dein Verbrauch wird selten realistisch eingeschätzt
Viele Tarife basieren auf einem geschätzten Jahresverbrauch.
Liegt der daneben – und das tut er oft – zahlst du entweder zu hohe Abschläge oder bekommst am Ende Geld zurück.
Beides ist für den Anbieter bequem.
Denn hohe Abschläge bedeuten: Dein Geld liegt erstmal bei ihm.
Ein realistischer Verbrauch wird selten aktiv abgefragt oder überprüft.
Stromanbieter sind keine Betrüger.
Aber sie sind auch keine Berater.
Sie liefern Strom – und optimieren ihre Marge.
Deine Aufgabe ist es, informiert zu bleiben, regelmäßig zu vergleichen und nicht davon auszugehen, dass sich „schon jemand meldet“, wenn es günstiger geht.
Wer Strom einfach laufen lässt, zahlt meist drauf.
Wer hinschaut, spart – oft ohne großen Aufwand.