Check24 vs. Verivox: Wie die großen Portale tricksen und wie du trotzdem den echten Bestpreis findest (Anleitung 2026)

6. Januar 2026 | Energie-Ratgeber

Heute wagen wir uns in die Höhle der Löwen. Wir sprechen über die Tools, die wir alle nutzen: Die großen Vergleichsportale. Wer „Stromvergleich“ googelt, landet fast automatisch bei den zwei Riesen in Blau oder Orange: Check24 oder Verivox. Ich werde oft gefragt: „Alex, welches Portal ist besser? Wo finde ich den billigeren Tarif?“ Die Antwort ist – wie fast immer im Leben – ein klares „Jein“. Ich habe mir mal den Spaß gemacht und für meinen eigenen Anschluss in Hamburg parallel auf beiden Portalen (und ein paar kleineren) gesucht. Das Ergebnis war verblüffend: Ich bekam teilweise völlig unterschiedliche Preise für denselben Tarif angezeigt. Und manche Anbieter fehlten komplett. Wie kann das sein? Und wie nutzt ihr diese Portale so, dass ihr gewinnt und nicht das Portal? Hier ist mein Blick hinter die Kulissen des „Tarif-Dschungels“.

Das Geschäftsmodell verstehen: Du bist die Ware

Machen wir uns nichts vor: Diese Webseiten sind keine wohltätigen Vereine. Sie sind börsennotierte Unternehmen (oder kurz davor) und wollen Geld verdienen. Wie machen sie das? Provisionen. Jedes Mal, wenn ihr dort einen Vertrag abschließt, fließt Geld vom Stromanbieter an das Portal. Wir reden hier oft von 50 bis 100 Euro pro Abschluss (manchmal sogar mehr bei mehrjährigen Verträgen).

Das ist per se nicht schlimm. Der Service ist für uns ja kostenlos. Aber es führt zu zwei Problemen:

  1. Ranking: Die Portale haben ein Interesse daran, euch die Tarife oben anzuzeigen, die ihnen die höchste Provision bringen (oft markiert als „Unsere Empfehlung“ oder „Top-Deal“).
  2. Lücken: Anbieter, die keine oder nur wenig Provision zahlen, tauchen oft gar nicht auf oder sind gut versteckt.

Der direkte Vergleich: Check24 vs. Verivox

Ich habe beide Portale jahrelang genutzt. Hier sind meine subjektiven Beobachtungen für das Jahr 2026:

Check24

  • Vorteil: Extrem benutzerfreundlich. Die „Nirgendwo-Günstiger-Garantie“ (falls es sie gerade gibt) ist ein starkes Marketing-Tool. Sie haben oft Exklusiv-Deals, bei denen der Preis tatsächlich niedriger ist als auf der Webseite des Stromanbieters selbst, weil Check24 einen Teil seiner Provision als Cashback an euch weitergibt.
  • Nachteil: Die Seite ist mittlerweile extrem überladen. Man will Strom vergleichen und bekommt nebenbei noch Kredite, Pauschalreisen und Mietwagen angeboten. Man muss aufpassen, wo man hinklickt.

Verivox

  • Vorteil: Wirkt oft etwas „nüchterner“ und fokussierter auf Energie. Meiner Erfahrung nach sind hier manchmal die lokalen Stadtwerke besser gelistet als beim Konkurrenten.
  • Nachteil: Auch hier muss man bei den Voreinstellungen höllisch aufpassen (dazu gleich mehr).

Mein Fazit: Es gibt keinen klaren Sieger. Mal ist der eine 10 Euro günstiger, mal der andere. Die Strategie muss sein: Immer beide checken!

Die fiesen Voreinstellungen (und wie ihr sie umgeht)

Das ist der wichtigste Teil dieses Artikels. Wenn ihr auf die Startseite geht und einfach eure PLZ eintippt, bekommt ihr nicht den günstigsten Preis angezeigt. Ihr bekommt den Tarif, den das Portal euch verkaufen will.

Achtet auf diese Checkboxen (die Namen variieren leicht):

  1. „Nur Tarife mit Wechselmöglichkeit anzeigen“ / „Direkte Wechselmöglichkeit“:Hört sich komfortabel an, oder? Das bedeutet aber oft: Es werden nur Anbieter angezeigt, die einen direkten Vertrag mit dem Portal haben (und Provision zahlen).Mein Tipp: Haken rausnehmen! Manchmal müsst ihr dann zwar auf die Webseite des Anbieters gehen, um abzuschließen, aber spart bares Geld.
  2. „Empfohlene Einstellungen“:Das Portal sortiert oft nach „Empfehlung“. Das ist ein Mix aus Preis, Kundenbewertung und Provision.Mein Tipp: Sortiert gnadenlos nach „Preis (aufsteigend)“ oder „Effektivpreis 1. Jahr“. Aber lest dann auch die Bewertungen! Der billigste Anbieter bringt nix, wenn er niemanden am Telefon hat.
  3. „Boni einberechnen“:Wie im ersten Artikel schon erwähnt: Seid vorsichtig. Check24 und Verivox rechnen den einmaligen Neukundenbonus voll in den Monatspreis ein. Das sieht super aus („Nur 18 Euro im Monat!“), ist aber ab dem 13. Monat vorbei.

Die „Geister-Anbieter“: Wer fehlt im Vergleich?

Es gibt Anbieter, die bewusst nicht auf diesen Portalen stattfinden. Warum? Weil sie sich die Provision sparen wollen, um den Preis für uns Kunden niedrig zu halten.

  • Discounter-Töchter: Manchmal fehlen bestimmte Billig-Marken.
  • Dynamische Anbieter: Firmen wie Tibber oder Awattar (über die ich letztens schrieb) sind oft schwer vergleichbar und tauchen in den Standard-Listen gar nicht auf, weil ihr Preis ja schwankt.
  • Lokale Stadtwerke: Euer lokaler Versorger hat vielleicht einen Treue-Tarif, der gar nicht online gelistet ist. Ein Anruf dort kann Wunder wirken!

Meine „Profi-Strategie“ für den Wechsel 2026

Wenn ihr wirklich das Maximum rausholen wollt, macht es wie ich:

  1. Öffnet Check24 UND Verivox in zwei Tabs nebeneinander.
  2. Gebt eure Daten ein (echter Verbrauch, nicht schätzen!).
  3. Setzt die Filter streng (max. 12 Monate, Bonus nur wenn ihr Hopper seid).
  4. Vergleicht die Top 3 Ergebnisse. Oft unterscheiden die sich!
  5. Der Geheimtipp: Googelt den Namen des günstigsten Anbieters direkt. Geht auf dessen eigene Webseite. Manchmal (nicht immer!) ist der Tarif dort nochmal 1-2 Cent günstiger, weil die Provision wegfällt. Oder es gibt andere Konditionen.
  6. Prüft Cashback-Portale: Wenn ihr über Seiten wie Shoop oder Getmore auf die Vergleichsportale geht, kriegt ihr oft nochmal 15-20 Euro Cashback auf euer Konto. Kleinvieh macht auch Mist!

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Vergleichsportale sind mächtige Werkzeuge. Sie haben den Markt für uns transparent gemacht. Ohne sie würden wir wahrscheinlich alle noch in der teuren Grundversorgung hängen. Aber verlasst euch nicht blind auf die erste Zeile der Ergebnisliste. Seid kritisch, spielt mit den Filtern und schaut über den Tellerrand. Nutzt ihr nur ein Portal oder vergleicht ihr auch quer? Habt ihr schonmal erlebt, dass ein Angebot auf der Anbieter-Seite günstiger war? Schreibt mir eure Erfahrungen – auch gerne negative – in die Kommentare. Wir wollen hier ja voneinander lernen!

Bis zum nächsten Vergleich