Strom gekündigt, Schlussrechnung fehlt: Ab welchem Datum ich die sechs Wochen prüfe

21. Oktober 2026 | Energie-Ratgeber

Nach einem Stromanbieterwechsel würde ich den alten Vertrag nicht einfach aus dem Blick verlieren. Zur offenen Schlussrechnung gehört für mich ein eigener Wiedervorlagetermin. Dabei würde ich zuerst das richtige Ausgangsdatum prüfen: Die Sechswochenfrist knüpft an das Ende des Lieferverhältnisses an.

Das ist etwas anderes als der Tag, an dem ich meine Kündigung abgeschickt oder den neuen Tarif ausgewählt habe. Zwischen diesen Ereignissen können unterschiedliche Zeiträume liegen. Wer einfach vom ersten Klick an zählt, fragt möglicherweise zu früh nach oder erkennt eine Verspätung erst unnötig spät.

Drei Daten, die ich getrennt notieren würde

Ich würde das Absendedatum der Kündigung, das bestätigte Ende der bisherigen Belieferung und den Zugang der Schlussrechnung in getrennten Zeilen festhalten. Für die Frage nach der rechtzeitigen Schlussabrechnung ist das Lieferende der entscheidende Bezugspunkt. Eine letzte Abschlagsabbuchung würde ich nicht ohne Weiteres als Nachweis dafür verwenden.

Die Bundesnetzagentur erläutert, dass Letztverbrauchende die Schlussrechnung spätestens sechs Wochen nach Beendigung des Lieferverhältnisses erhalten müssen. Bei einer gewöhnlichen Turnusabrechnung beziehen sich die sechs Wochen dagegen auf das Ende des abzurechnenden Zeitraums. Ich würde diese beiden Fristgründe nicht vermischen.

Vor der Nachfrage würde ich meine Unterlagen sortieren

In meinen Ordner kämen die Bestätigung des Lieferendes, die Vertrags- beziehungsweise Kundennummer und die Angaben zur betroffenen Verbrauchsstelle. Dazu würde ich den dokumentierten Zählerstand und seine Übermittlung legen, soweit vorhanden. So könnte ich bei einer Nachfrage genau sagen, welches beendete Lieferverhältnis noch nicht abgerechnet ist.

Auch einen Blick in das vereinbarte Kundenportal und die vorgesehenen Kommunikationswege würde ich einplanen. Ich möchte eine fehlende Rechnung von einer bereits bereitgestellten, aber übersehenen Mitteilung unterscheiden. Eine bloße Erinnerung an den letzten Brief wäre mir als Kontrolle zu ungenau.

Ein vermutetes Guthaben ist noch kein geprüfter Saldo

Solange die Rechnung fehlt, würde ich den endgültigen Abschlussbetrag nicht frei schätzen und als sicheren Geldeingang verplanen. Abschläge und tatsächliche Abrechnung müssen zunächst zusammengeführt werden. Ein niedrigerer Verbrauch allein beantwortet noch nicht jede Preis- und Zahlungsposition des abgelaufenen Vertrags.

Was ich bei überschrittener Frist schreiben würde

Ich würde konkret auf das bestätigte Lieferende hinweisen und die noch ausstehende Schlussrechnung anfordern. Für eine erforderliche weitere Fristsetzung würde ich eine nachvollziehbare Dokumentation des Zugangs wählen. Die Bundesnetzagentur empfiehlt bei verspäteten Abrechnungen, auch die vertraglichen Regelungen dazu zu prüfen.

In der Nachricht würde ich keine pauschale Behauptung aufstellen, dass nun überhaupt nichts mehr bezahlt werden müsse. Eine verspätete Abrechnung führt nach der Erläuterung der Behörde nicht dazu, dass der Energieverbrauch nicht mehr abgerechnet werden darf. Eine Fristverletzung und die inhaltliche Berechtigung eines späteren Betrags sind getrennte Fragen.

Bleibt eine formelle Verbraucherbeschwerde ohne passende Reaktion, hat sie wiederum einen eigenen Ablauf. Dazu habe ich den Fristbeginn für die vier Wochen vor einer möglichen Schlichtung separat eingeordnet. Diese vier Wochen würde ich nicht an die Stelle der Frist zur Schlussrechnung setzen.

Mein Abschlusscheck endet erst mit der Rechnung

Wenn die Schlussrechnung kommt, würde ich Lieferzeitraum, Zählerangaben, Preise und berücksichtigte Abschläge abgleichen. Ein rechtzeitiger Zugang beweist noch nicht, dass jede Position stimmt. Umgekehrt würde ich eine verspätete Rechnung nicht ungeprüft beiseitelegen.

Für deinen Wechselordner würde ich deshalb eine kurze Notiz empfehlen: bestätigtes Lieferende, erwartete Schlussrechnung und tatsächlicher Zugang. Diese drei Angaben machen die nächste Nachfrage deutlich präziser. Für mich ist damit aus dem vagen Gefühl, schon lange zu warten, eine überprüfbare offene Aufgabe geworden.