Sollte Strom eigentlich teurer sein, damit wir bewusster damit umgehen?

19. Februar 2026 | Energie-Ratgeber

Das klingt erstmal absurd. Strom ist ohnehin teuer genug. Viele Haushalte kämpfen mit steigenden Abschlägen. Und jetzt die Frage: Sollte er noch teurer sein?

Nicht, weil man Menschen bestrafen will. Sondern, weil Preise Verhalten steuern.
Eine unbequeme Frage. Aber eine spannende.


Der Gedanke dahinter

Ökonomen sagen:
Was billig ist, wird verschwenderisch genutzt.
Was teuer ist, wird wertgeschätzt.

Früher war Strom relativ günstig.
Licht brannte überall. Geräte liefen dauerhaft. Standby war egal.

Erst als die Preise spürbar stiegen, begannen viele Menschen, sich überhaupt mit ihrem Verbrauch zu beschäftigen.

Also: Braucht es den Preisdruck, damit wir bewusster werden?


Die Gegenargumente

Aber hier wird es kompliziert.

Strom ist kein Luxusgut.
Er ist Grundversorgung.

Kühlschrank, Heizungspumpe, Internet, Beleuchtung – das sind keine Spielereien.
Wenn Strom teurer wird, trifft es vor allem Haushalte mit wenig Einkommen.

Und genau da wird das Argument gefährlich:
Bewusstsein darf nicht vom Kontostand abhängen.


Die eigentliche Frage

Vielleicht geht es gar nicht darum, ob Strom teurer sein sollte.

Vielleicht geht es darum, wie transparent er ist.

Viele Menschen wissen gar nicht:

  • wie sich der Preis zusammensetzt
  • welche Geräte wirklich verbrauchen
  • welche Alternativen sie haben

Preiserhöhungen allein schaffen kein Verständnis.
Sie erzeugen erstmal nur Frust.


Was wirklich verändert

Interessanterweise zeigt sich etwas anderes:
Nicht der hohe Preis verändert Verhalten am stärksten – sondern Kontrolle und Sichtbarkeit.

Wer seinen Verbrauch live sieht, wer weiß, wann Strom günstig ist, wer vielleicht selbst Strom erzeugt, geht automatisch anders damit um. Nicht aus Angst. Sondern aus Bewusstsein.


Sollte Strom teurer sein?
Ich glaube nicht. Aber er sollte ernster genommen werden.

Nicht als Belastung. Sondern als Ressource.
Vielleicht brauchen wir keinen höheren Preis. Vielleicht brauchen wir ein höheres Verständnis.

Denn wer Strom versteht, nutzt ihn anders – auch ohne Strafzuschlag.