Umzugsstress? Warum du deinen alten Stromvertrag NICHT mitnehmen solltest (und wie du im neuen Heim sofort sparst)
Na, wer von euch lebt gerade im Chaos?
Ich helfe gerade einem Kumpel beim Umzug und ich sag’s euch: Ich hasse es. Überall stehen Kartons, man findet den verdammten Klebeband-Abroller nicht und irgendwer hat garantiert vergessen, die Waschmaschine transportsicher zu machen. Zwischen „Wo ist die Kaffeemaschine?“ und „Passt das Sofa durchs Treppenhaus?“ vergessen die meisten aber das Wichtigste: Den Strom.
Viele denken sich: „Ach, ich melde meinen alten Anbieter einfach um, ich nehme den Vertrag mit, dann hab ich einen Stressfaktor weniger.“
Leute, tut das nicht! Das ist bequem, ja. Aber diese Bequemlichkeit kostet euch richtig Asche. Ein Umzug ist nämlich meistens der „Jackpot“ um aus alten, überteuerten Verträgen rauszukommen. Wie ihr den Umzug wuppt, ohne im Dunkeln zu sitzen (und ohne draufzuzahlen), erklär ich euch heute. Euer Alex hat da mal ne Checkliste gebastelt.
Mythos Nr. 1: „Wenn ich nicht ummelde, sitze ich im Dunkeln“
Das ist die Ur-Angst von jedem Mieter. Man schließt die neue Wohnungstür auf, drückt den Lichtschalter… und nichts passiert.
Entwarnung: In Deutschland wird niemandem einfach so der Strom abgedreht (außer ihr habt jahrelang keine Rechnungen bezahlt).
Wenn ihr in eine neue Wohnung zieht und noch keinen Vertrag habt, springt automatisch der lokale Grundversorger ein. Das Licht geht also an. Immer.
Der Haken? Die Grundversorgung ist meistens der teuerste Tarif, den es gibt. Das ist wie Taxi fahren statt Bus. Bequem, sicher, aber teuer. Ihr solltet da also so schnell wie möglich wieder raus.
Warum „Mitnehmen“ meistens die schlechtere Wahl ist
Dein alter Anbieter wird dir am Telefon wahrscheinlich säuseln: „Herr Müller, kein Problem, wir ziehen einfach mit Ihnen um! Das geht ganz unkompliziert.“
Klar sagen die das. Die wollen dich als Kunden behalten.
Aber prüft mal folgendes:
- Der Preis an der neuen Adresse: Strompreise sind regional unterschiedlich (wegen den Netzentgelten, über die wir ja schon sprachen). Es kann sein, dass dein Anbieter an der neuen Adresse plötzlich 3 Cent mehr verlangt.
- Das Sonderkündigungsrecht: Oft (nicht immer, aber oft!) habt ihr bei einem Umzug ein Sonderkündigungsrecht. Besonders wenn der Anbieter am neuen Wohnort teurer wird, könnt ihr fristlos kündigen.
Ein Umzug ist wie ein „Reset-Knopf“. Warum den alten Ballast (teurer Vertrag von 2024) mit ins neue Leben schleppen?
Der perfekte Zeitplan: Wann muss ich was tun?
Damit im Chaos nix schiefgeht, hier mein Zeitplan für euch:
- 6 Wochen vor Umzug:Checkt euren aktuellen Vertrag. Wie lange läuft er noch? Habt ihr eine Preisgarantie, die ihr behalten wollt? Wenn nicht: Kündigung vormerken (wegen Umzug).
- 4 Wochen vor Umzug:Ab in den Vergleichsrechner! Gebt die neue Postleitzahl und euren geschätzten Verbrauch ein.Tipp: Wenn ihr euch vergrößert (z.B. von 50qm auf 80qm), rechnet pauschal mal 500-800 kWh mehr drauf. Nichts ist nerviger als eine Nachzahlung im ersten Jahr.Schließt den neuen Vertrag schon jetzt ab! Gebt als „Lieferbeginn“ das Datum der Schlüsselübergabe an.
- Der Tag der Schlüsselübergabe (WICHTIG!):Das ist der Moment, wo es um bares Geld geht.Sowohl in der alten Wohnung (beim Auszug) als auch in der neuen Wohnung (beim Einzug) müsst ihr den Zählerstand ablesen.Macht ein FOTO mit dem Handy!Warum? Weil oft Fehler passieren. Der Vormieter meldet vielleicht einen falschen Stand oder der Vermieter dreht euch was an. Mit dem Foto inkl. Datum seid ihr auf der sicheren Seite. Dieses „Übergabeprotokoll“ ist eure Lebensversicherung gegen fremde Stromkosten.
Was tun, wenn ich den Wechsel vergessen habe?
Okay, der Umzug war stressig, ihr habt es verpennt. Ihr wohnt schon seit 2 Wochen in der neuen Bude und bezieht Strom vom Grundversorger.
Keine Panik.
Ihr könnt aus der Grundversorgung jederzeit mit einer Frist von 2 Wochen raus. Ihr seid da nicht 12 Monate gefangen.
Geht einfach jetzt sofort (ja, ich warte kurz…) in den Rechner, sucht euch einen günstigen Tarif und beauftragt den Wechsel. Der neue Anbieter kündigt dann den Grundversorger für euch. Rückwirkend geht das zwar meistens nicht, aber für die Zukunft spart ihr sofort.
Geheimtipp für die erste Wohnung
Seid ihr Studenten oder zieht das erste Mal von zuhause aus? Unterschätzt euren Verbrauch nicht! Gaming-PCs, alte Kühlschränke vom Vormieter oder der elektrische Durchlauferhitzer im Bad (die kleinen weißen Kästen an der Wand) sind fiese Stromfresser. Gebt im Rechner lieber etwas zu viel Verbrauch an als zu wenig.
Warum?
Wenn ihr monatlich 10 Euro mehr zahlt, tut das nicht so weh. Aber wenn ihr am Jahresende 400 Euro auf einen Schlag nachzahlen müsst, ist das Geschrei groß. Das Guthaben kriegt ihr ja wieder, wenn ihr weniger verbraucht habt. Das ist wie ein automatisches Sparbuch.
Also: Kisten schleppen kann ich euch nicht abnehmen (hab Rücken, sorry!), aber beim Strom helf ich gern.
Nutzt den Neustart für einen sauberen Schnitt im Portemonnaie!
Viel Erfolg beim Umzug!