Schwaches Stromnetz: Tausende Ökostromanlagen bereits veraltet

Von , 12. November 2011 12:02

Wie ein Experten-Team des Bundeswirtschafts- und Bundesumweltministeriums, der Bundesnetzagentur und weiterer zuständiger Verbände aus dem Bereich regenerative Energien ermittelte, müssen die ersten der in den vergangenen Jahren errichteten Ökostromanlagen in naher Zukunft schon wieder nachgerüstet werden. Der Grund dafür liegt in dem zu schwachen Stromnetz. Dieses verursacht, dass eine große Zahl von Windrädern, Wasserkraftwerken und Biogasanlagen automatisch abgeschaltet wird, wenn die Frequenz Grenzwerte von rund 50 Hertz überschreiten. Die Anlagen wurden entsprechend eingestellt, als die Produktion von Ökostrom noch wesentlich geringer war. Inzwischen wird durch Ökostrom jedoch in Spitzenzeiten bereits bis zu 20 Prozent des gesamten benötigten Stroms generiert. Mehrere Tausend Ökostromanlagen könnten gleichzeitig ausfallen, wenn die Grenzwerte nicht neu justiert werden. Um die Gefahr eines größeren Stromausfalles zu minimieren, berät die Experten-Gruppe aktuell über die notwendigen Umbaumaßnahmen.

E.on klagt gegen Atomausstieg

Von , 7. November 2011 16:46

Laut eines Presseberichtes der “Financial Times Deutschland”, will E.on noch in diesem Jahr eine Klage gegen die Bundesregierung einreichen. In der Klageschrift argumentiert der Energiekonzern damit, dass der im Sommer beschlossene Atomausstieg gegen das Eigentumsrecht des Konzerns verstoßen würde, das im Grundgesetz durch Artikel 14 geschützt wird. Darin steht allerdings auch, dass eine Enteignung, als solche betrachtet E.on wohl die erzwungene Abschaltung der Reaktoren, “zum Wohle der Allgemeinheit zulässig ist”. Trotzdem hofft der Energieriese, dass der durch den Atomausstieg entstehende Gewinnverlust in Milliardenhöhe von der Bundesregierung und damit vom deutschen Steuerzahler ersetzt wird. Brisant dabei ist, dass der Ausstieg aus der Atomkraft bereits beschlossen und von der amtierenden Regierung erst ein halbes Jahr zuvor zurück genommen worden war. Dieser Ausstieg aus dem Ausstieg war ebenfalls rechtlich umstritten und hätte durchaus noch vom Verfassungsgericht für widerrechtlich erklärt werden können. Sollte E.on mit seiner Klage Erfolg haben, müsste trotz inzwischen erfolgtem Atomausstieg, noch eine Klage gegen dessen Rücknahme geführt werden, was dann wiederum eine Neubewertung der E.on-Klage nach sich zöge. Erstaunlich ist, dass E.on und die Unternehmen RWE und Vattenfall, die ebenfalls noch eine Klage gegen den Atomausstieg anstreben, die bei der Kernenergieerzeugung anfallenden radioaktiven Abfälle nicht mehr als ihr Eigentum betrachten und “zulassen” dass diese, zu Lasten der Allgemeinheit, über Jahrhunderte sicher verwahrt werden müssen. Sollte den Stromkonzernen die dafür anfallenden Kosten bis zum Ende der Radioaktivität des Abfalls berechnet werden, wären sie die ersten, die den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie forderten. Verbraucher sollten außerdem bedenken, dass die Energiekonzerne nicht entstandene Schäden, sondern noch rechtlich nicht sichere Gewinne in Milliardenhöhe vom Steuerzahler ersetzt haben möchten. Die sicherste Möglichkeit diese und weitere Klagen zu verhindern, wäre ein sofortiger Anbieterwechsel aller, nicht an Atomstrom interessierten Menschen.

Windräder wegen schlechter Stromnetze zwangsabgestellt

Von , 3. November 2011 10:10

Wegen der noch immer zu schwachen Stromnetze in Deutschland, müssen Windräder immer wieder zwangsweise abgeschaltet werden. Wie eine Studie jetzt ergab, hat sich der Umfang der Verluste durch diese Abschaltungen zwischen 2009 und 2010 verdoppelt, obwohl die beiden Jahre relativ windarm waren. So mussten im vergangenen Jahr 1085 mal Windkraftanlagen in Deutschland abgeschaltet werden. “In den nächsten Jahren ist von einem weiteren Anstieg der Ausfallarbeit bei Windenergieanlagen auszugehen”, kritisieren die Ersteller der Studie. Vor allem Nachts kommt es immer wieder zu Überlastungen des Stromnetzes, wenn die Nachfrage nach Strom geringer ist, aber zeitgleich mehr Wind für höhere Stromerzeugung sorgt. Wegen der noch immer fehlenden Netzkapazität, kann der Strom auch nicht in Gebiete transportiert werden, in denen er eventuell benötigt würde. Zwar gibt es als Ausgleich für die Besitzer von Windkraftanlagen eine Entschädigung für diese Ausfälle, diese werden jedoch nur sporadisch ausgezahlt. “Zum Teil wurden Abschaltungen 2010 in Rechnung gestellt, die bis heute nicht vergütet sind”, erklärte der BWE-Präsident Hermann Albers, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. “Wir haben den Eindruck, dass die Netzbetreiber die Agentur nicht über die Höhe der Abschaltungen informieren und damit ihre gesetzliche Pflicht nicht erfüllen.” Die Entschädigungen werden von der Bundesnetzagentur gezahlt, wofür diese aber von den Netzbetreibern genaue Angaben über die Zahl und Länge der Netzabschaltungen benötigen.

Ausstieg aus der Braunkohle gefordert

Von , 25. Oktober 2011 16:56

Nach dem Ausstieg aus der Kernenergie planen erste Organisationen des Bundeslandes Brandenburg jetzt auch den allmählichen Ausstieg aus der Braunkohle. Der Brandenburger Bauernbund kündigte die Gründung eines “Bündnis Heimat und Zukunft in Brandenburg” an, dessen Ziel es ist, die Menschen gegen die Nutzung der, die Umwelt belastenden Braunkohle, zu mobilisieren. Die Fixierung auf Braunkohle habe die Energiepolitik Brandenburgs in eine Sackgasse geführt, wie im Gründungsaufruf des neuen Bündnis argumentiert wird. Die von der Landesregierung geplante Abbaggerung neuer Braunkohlelager, würden große Teile der brandenburgischen Kulturlandschaft nachhaltig zerstören. Betroffen sind davon beispielsweise Atterwasch, Grabko, Proschim und Kerkwitz. “Kein verantwortlich denkender Politiker darf Teile Brandenburgs und seiner Bewohner abschreiben”, fordert das Bündnis. Die Politik sollte einen Genehmigungsstopp für neue Tagebaue aussprechen und lieber in regenerative Energien investieren. Der Gründungsaufruf wurde bereits von mehreren Landtagsabgeordneten der Grünen, der CDU, der SPD, von namhaften Wissenschaftlern und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland unterzeichnet.

Stadtwerke planen staatliche Konkurrenz für Energieriesen

Von , 20. Oktober 2011 09:35

Wie jetzt bekannt wurde, planen die acht größten Stadtwerke Deutschlands, gemeinsam in den Bau neuer Kraftwerke zu investieren und so den vier großen Stromkonzernen erfolgreich Konkurrenz zu machen. Rund zehn Milliarden Euro wollen die Stadtwerke gemeinsam in Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung auf Gas- und Kohlebasis investieren. Thomas Prauße, der das Investitionsteam leiten wird erzählt in einem Interview mit der “Financial Times Deutschland” weiter, dass außerdem ein Großteil der geplanten Gelder in den Ausbau von Öko-Energie gesteckt werden soll. Vor allem die Windkraft soll durch das Konsortium gefördert werden. Er geht davon aus, dass mit dem Geld die Strommenge von circa zehn Gigawatt erzielt werden kann. Der Grund für die Zusammenarbeit ist, dass die Stadtwerke bisher völlig abhängig von RWE, Eon, Vattenfall und EnBW sind. Das soll sich durch die geplante Zusammenarbeit ändern.