Category: Stromanbieter

Vattenfall zieht sich aus CCS-Projekt zurück

Von , 12. Dezember 2011 12:24

Der Energiekonzern Vattenfall muss jetzt 45 Millionen Euro an die EU zurück zahlen, die das Unternehmen als erste Beihilfe für das geplante CCS-Projekt erhalten hatte. Dabei handelt es sich um eine neue Technologie, mit der Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken verpresst und unterirdisch gelagert werden soll. Umweltschutzorganisationen hatten jedoch Bedenken gegen das Konzept geäußert da nicht ausgeschlossen werden kann, dass Teile des giftigen Gases in das Grundwasser gelangen. Deshalb wird aktuell in einem Vermittlungsverfahren im Bundesrat über die Möglichkeit der Erprobung dieser neuen Technologie beraten. Vattenfall entschied sich aufgrund der politischen Schwierigkeiten jedoch sofort zu einem Rückzug aus dem Projekt und kündigte die bisherigen Vorverträge. Bundesumweltminister Norbert Röttgen, der seinerseits ein Verfechter des CCS-Projektes ist, äußerte sich enttäuscht über diese Entscheidung des Konzerns. Nach Meinung des Politikers sei es “wichtig, dass CCS erprobt wird, mindestens, um diese Technologie auch exportieren zu können. Deshalb ist die Entscheidung von Vattenfall, das Projekt in Brandenburg aufzugeben, bevor das Vermittlungsverfahren im Bundesrat abgeschlossen ist, enttäuschend.”

Energie-Experten fürchten Stromausfälle

Von , 30. November 2011 11:45

Da sich die wichtigsten Ausbauprojekte der Bundesnetzagentur verzögern, stehen die Stromnetze in Deutschland kurz vor dem Kollaps. Schon längst haben sie ihr Limit erreicht, wie der Jahresbericht der Bundesnetzagentur aufzeigt. Erst 214 von 1807 geplanten und dringend benötigten Stromleitungen wurden in diesem Jahr neu gebaut. Vertreter der Energiebranche kritisieren dies seit Monaten und warnen vor der wachsenden Gefahr der Überlastung. Der bisher eingetretene Zeitverzug liegt bereits in einigen Gebieten bei vier Jahren. So steht im sogenannten Monitoringbericht 2011 unter anderem: “Das weiterhin bestehende, hohe Niveau der Versorgungssicherheit mit Elektrizität kann zukünftig nur durch massive Investitionen auf allen Netzebenen gewährleistet werden. [Die Stromnetze sind] durch die Vielzahl der in den letzten Jahren zu erfüllenden Transportaufgaben und die Veränderung der Erzeugungsstruktur am Rand der Belastbarkeit angekommen”. Das bestehende deutsche Stromnetz wurde für die Verteilung von Strom aus Großanlagen wie Atomkraftwerken konzipiert. Inzwischen wird jedoch Strom auch aus vielen kleineren Kraftwerken in das Netz eingespeist und muss von dort in die benötigten Ballungszentren transportiert werden. Durch die Veränderung der Erzeugerstruktur ist jedoch auch eine höhere Flexibilität bei der Anpassung der Verteiler- und Transporteinheiten notwendig. Vor allem zwischen den nördlichen und südlichen Bundesländern fehlen dringend benötigte Stromverbindungen, die den in den neuen Windkraftanlagen produzierten Strom weiter leiten. Rund 4450 Kilometer an neuen Stromleitungen sind nach Meinung von Energie-Experten bis 2020 notwendig, um die Stromversorgung in Deutschland gewährleisten zu können.

Windräder wegen schlechter Stromnetze zwangsabgestellt

Von , 3. November 2011 10:10

Wegen der noch immer zu schwachen Stromnetze in Deutschland, müssen Windräder immer wieder zwangsweise abgeschaltet werden. Wie eine Studie jetzt ergab, hat sich der Umfang der Verluste durch diese Abschaltungen zwischen 2009 und 2010 verdoppelt, obwohl die beiden Jahre relativ windarm waren. So mussten im vergangenen Jahr 1085 mal Windkraftanlagen in Deutschland abgeschaltet werden. “In den nächsten Jahren ist von einem weiteren Anstieg der Ausfallarbeit bei Windenergieanlagen auszugehen”, kritisieren die Ersteller der Studie. Vor allem Nachts kommt es immer wieder zu Überlastungen des Stromnetzes, wenn die Nachfrage nach Strom geringer ist, aber zeitgleich mehr Wind für höhere Stromerzeugung sorgt. Wegen der noch immer fehlenden Netzkapazität, kann der Strom auch nicht in Gebiete transportiert werden, in denen er eventuell benötigt würde. Zwar gibt es als Ausgleich für die Besitzer von Windkraftanlagen eine Entschädigung für diese Ausfälle, diese werden jedoch nur sporadisch ausgezahlt. “Zum Teil wurden Abschaltungen 2010 in Rechnung gestellt, die bis heute nicht vergütet sind”, erklärte der BWE-Präsident Hermann Albers, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. “Wir haben den Eindruck, dass die Netzbetreiber die Agentur nicht über die Höhe der Abschaltungen informieren und damit ihre gesetzliche Pflicht nicht erfüllen.” Die Entschädigungen werden von der Bundesnetzagentur gezahlt, wofür diese aber von den Netzbetreibern genaue Angaben über die Zahl und Länge der Netzabschaltungen benötigen.

Kraftwerk mit Algenzuchtanlage

Von , 12. Oktober 2011 18:46

Der Energiekonzern Vattenfall eröffnet am 12. Oktober eine neue Algenzuchtanlage. Diese ist an das Heizkraftwerk in Senftenberg gekoppelt und ist die weltweit größte Algenzuchtanlage dieser Art. In Röhren mit insgesamt 48.000 Litern Fassungsvermögen, werden hier Algen gezüchtet, die mit dem Kohlendioxid des Heizkraftwerkes “ernährt” werden. Das Heizkraftwerk wird mit Braunkohle betrieben. Die Algen nehmen das dabei entstehende Rauchgas auf und produzieren daraus Sauerstoff und wertvolle Biomasse. Das senkt den CO2-Ausstoß und verringert dadurch die Gefahr von Klimaschäden. Die Algenzuchtanlage ist ein Forschungsprojekt, dass von der Bundesregierung und der Europäischen Union gefördert wird.

Kooperation zwischen RWE und Gazprom geplant

Von , 10. Oktober 2011 18:26

Wie die “Süddeutsche Zeitung” aktuell berichtet, wollen der deutsch Energiekonzern RWE und der russische Gasversorger Gazprom ein Gemeinsames Tochterunternehmen für den Bau und Unterhalt von Gas- und Kohlekraftwerken gründen. Für die geplante Kooperation sollen nach Angaben des Tagesblattes schon ab dem 15. Oktober die Details besprochen werden. Vertiefende Sondierungsgespräche haben bereits am vergangenen Montag bei einem Treffen des Gazprom-Direktors Alexej Miller und RWE-Chef Jürgen Großmann in Koppenhagen stattgefunden. Kommt die Kooperation zustande, hätte sich Gazprom einen wesentlich größeren Einfluss auf den europäischen Energiemarkt gesichert, während RWE günstigere Konditionen für Gaslieferungen bekäme. Damit könnte RWE einen Großteil des Energiemarkt-Verlustes, welche das Unternehmen durch die gesetzlich festgelegte Abschaltung der Atomkraftwerke in Deutschland hinnehmen muss, wieder durch die wachsende Zahl an Gaskunden ausgleichen. Allerdings ist eine solche Partnerschaft bei den Kartellämtern umstritten, da Gazprom bereits jetzt eine sehr hohe Marktmacht besitzt und somit einen wachsenden Einfluss auf die Preisgestaltung von Gas in Europa bekommt.