Die großen Stromkonzerne wie E-on, Vattenfall, EnBW und RWE haben die vorläufige Entscheidung der noch amtierenden Bundesregierung über die AKW-Laufzeitverlängerung als positiv begrüßt. Dazu haben sie auch allen Grund. 127 Milliarden Euro Mehreinnahmen erwartet die Konzerne in den nächsten 12 Jahren. Nur 25 Prozent davon soll vom Staat abgeschöpft werden. Am stärksten profitiert das größte deutsche Energieunternehmen E.on davon. 53,5 Milliarden Mehrgewinn, bringt ihnen diese Entscheidung ein. RWE bekommt immerhin noch 32,8 Milliarden Euro mehr und EnBW 26,5 Milliarden. Das hält die Sprecher von E.on nicht davon ab, über die “hohe wirtschaftliche Belastung” zu schwadronieren. Die Entscheidung der Regierung schaffe zwar für die Energiekonzerne verlässliche Rahmenbedingungen, aber die angezogene “Belastungsschraube” müsse “unternehmerische Konsequenzen” nach sich ziehen. Durch eine bereits angekündigte Erhöhung der Strompreise, die in einigen Bundesländern wie Niedersachsen schon durchgeführt wurde, können sie und werden sie locker die an den Staat zu zahlenden Steuern wieder herein holen. Forscher vom Öko-Institut haben ausgerechnet: “Von den gesamten Zusatzgewinnen verbleiben rund 15 Prozent für den Energieeffizienz- und Klimaschutzfonds, wobei auch hier das wesentliche Aufkommen erst nach 2016 erwartet werden kann“. Bleibt nur zu hoffen, dass der Bundesgerichtshof dem einen Riegel vorschiebt.
Das deutsche Unternehmen Siemens, will seine Geschäfte mit erneuerbaren Energien weiter ausbauen. Vor allem in den USA, plant die Firma hohe Investitionen in diesem Bereich. So gelang es dem Unternehmen Aufträge für Windturbinen zu bekommen, die einen Umsatz von 800 Millionen Euro gewährleisten. Unter anderem baut Siemens gemeinsam mit dem örtlichen Energieunternehmen in Oklahome eine Windkraftanlage, mit insgesamt 98 Windturbinen auf. Auch in Kansas will Siemens sich engagieren. Dort errichtet die Firma eine neue Zweigstelle für die Rotorblatt-Herstellung auf, die circa 300 Arbeitsplätze vor Ort sichern soll. Zusammen mit dem Südkoreanischen Hersteller Samsung, gelang es Siemens seinen bisher größten Vertrag in Kanada zu erhalten. 260 Windturbinen werden aus Deutschland in die Provinz Ontario geliefert. 600 Megawatt Leistung, sollen Diese erzeugen. Das entspricht dem Stromverbrauch von einer viertel Million Privathaushalten. Im Umweltschutz hinkten die USA und Kanada jahrzehntelang hinterher. Die langsam auch bei den Amerikanern dämmernde Erkenntnis, dass es so nicht weiter geht, hat Siemens für sich zu nutzen gewusst. Die Firma geht davon aus, wie die Sprecherin in Erlangen jetzt bekannt gab, dass den bisherigen Großaufträgen weitere folgen werden.
Um eine Milliarde Euro, zocken die Stromkonzerne die Verbraucher ab. Eine Untersuchung der Bundestagsfraktion der Grünen zufolge, haben die großen Stromunternehmen 2010 ihren Kunden die Preise um durchschnittlich sieben Prozent erhöht. Gleichzeitig sanken die Kosten für den Einkauf, um 30 bis 40 Prozent. Das sind 0,8 Cent pro Kilowattstunde an Ersparnis, die nicht nur nicht an die Kunden weitergegeben wurde, sondern die zusätzlich zu den angeblich unumgänglichen Preiserhöhungen kassiert wurden. Dabei sinkt der Preis für die Stromerzeugung seit Beginn der Finanz-und Wirtschaftskrise 2008 kontinuierlich. Großabnehmer aus der Industrie zahlen seitdem deutlich niedrigere Preise. Doch Diese sind, im Gegensatz zu den eher trägen Endverbrauchern, auch schnell bereit, den Stromanbieter zu wechseln. Bärbel Höhn, Vizechefin der Grünen-Fraktion rief die deutschen Verbraucher jetzt dazu auf, zu günstigeren Anbietern zu wechseln. Nur dann werde;ie Weitergabe von Preissenkungen besser funktionieren”. Vor zwölf Jahren wurden die Gesetze für die Stromanbieter liberalisiert. Doch viele Kunden scheuen sich vor einem Wechsel. Und so lange das der Fall ist, werden die großen Konzerne wie Vattenfall, E-on, RWE und EnBW sie auch weiterhin ausnehmen. Zu Recht.
In Berlin teilte der Bundesverband Windenergie und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mit, dass die Erwartungen im ersten Halbjahr bei dem Bau neuer Anlagen weit zurück lagen. Grund dafür sieht man in dem langen Winter, wegen dem der Aufbau der Windräder oft verschoben wurde. Doch nicht nur in Deutschland liegt man mit dem Ausbau der Windenergieanlagen zurück. Weltweit dürfte die Leistung in 2010 wegen eines Einbruchs des amerikanischen Marktes leicht auf 38 000 Megawatt abnehmen. Deutschland liegt aber beim Ausbau von Windanlagen weit vorne. Nach Verbandsangaben haben die Windanlagenhersteller rund 6,4 Milliarden Euro Umsätze erwirtschaftet. Dies entspricht einem Marktanteil von 17,5 Prozent. Die Exportquote liegt bei 75 Prozent. Direkt und indirekt beschäftigt die Branche 100.000 Menschen. Im Jahr 2011 soll der Ausbau aber wieder weiter anwachsen. Die geplanten neuen Flächenausweisungen sind in Schleswig-Holstein, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern und einer windkraftfreundlicheren neuen Landesregierung in Nordrhein-Westfalen. Auf dem offenen Meer sind weiterhin neue Projekte geplant. In diesem Zusammenhang sollte aber auch der Ausbau von Gezeitenkraftwerken durchdacht werden. Diese werden zumindest unterhalb des Wassers gebaut.
Das Unternehmen Phoenix Solar im Süden Deutschlands nahe Münchens wird in der italienischen Region Latium ein Kraftwerk bauen. Auftraggeber für das Projekt ist das kanadische Unternehmen Etrion Corporation. Die Auftragssumme liegt bei etwa 10 Millionen Euro. Ende August soll mit dem Bau der Anlage bereits begonnen werden, damit die Anlage bis Ende des Jahres ans Netz gehen kann. Die 3,5 Megawatt-Anlage soll dann jährlich etwa fünf Millionen Kilowattstunden produzieren. Die beiden Unternehmen haben angekündigt ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen zu wollen.