Der Internetdienstleister Google plant, sich auch in anderen Bereichen finanziell zu engagieren. Wie jetzt bekannt wurde, wird sich Google gemeinsam mit “Capital Stage”, an einem deutschen Solarpark beteiligen. Bei dem Solarpark handelt es sich um die Anlage im brandenburgischen Briest. Hier werden auf 47 Hektar 18 Millionen kWh Solarstrom produziert. Damit können circa 5000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Dreieinhalb Millionen Euro, will der Internetgigant dort investieren. Zwar hatte der Google-Vorstand bereits vor einem Jahr angekündigt, zukünftig in erneuerbare Energien investieren zu wollen, doch dies ist das erste Energieprojekt außerhalb Amerikas. “Deutschland zählt bei der Entwicklung erneuerbarer Energien seit vielen Jahren zur Weltspitze. Das Land verfügt über gute Rahmenbedingungen, die Bürger stehen sauberer Energie positiv gegenüber, und die deutschen Hersteller liefern hervorragende Technologie.”, erklärt Google-Manager Benjamin Kott, die Entscheidung. Die für den Konzern relativ geringe Investitionssumme, lässt allerdings eher auf eine Werbemaßnahme, oder Imagepflege, als auf echtes Interesse an erneuerbarer Energie schließen.
Trotz aller Bemühungen und Werbemaßnahmen der Regierung, für den Ausbau der erneuerbaren Energien, gehen die Regierungsbehörden selbst nicht gerade mit gutem Beispiel voran. Wie die “Saarbrücker Zeitung” nach eigenen Recherchen jetzt berichtete, nutzen die meisten staatlichen Behörden hauptsächlich konventionelle Stromanbieter – und natürlich Strom aus Kernkraft. Das gilt nicht nur für die meisten Landesministerien, sondern auch für den Berliner Landtag und das Bundeskanzleramt. Dies musste die Regierung auf eine Anfrage der Grünen hin zugeben. Vorbildliche Ausnahmen sind lediglich das Umweltministerium in Bonn und einzelne Gebäude des Verkehrsministeriums in Berlin. Diese decken ihren gesamten Strombedarf mit Ökostrom. Grünen-Vizefraktionschefin Bärbel Höhn kritisierte, dass die amtierende Regierung damit ihrer Vorbildfunktion nicht nachkommt. Bärbel Höhn: “Selbst die eigenen Ziele werden nicht umgesetzt”. Verständlich, dass viele Unternehmen, die von Regierungsvertretern auf eine Umstellung der Stromquellen angesprochen werden, diese Forderungen nicht ganz ernst nehmen.
Allmählich beginnen auch die ersten Stadtwerke einzusehen, dass sie sich dem Willen der Verbraucher über die Art der Energieerzeugung anpassen müssen. Wie der Verband Kommunaler Unternehmen, zusammen mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund, sowie dem Deutschen Städtetag jetzt in Berlin bekannt gab, sind die jeweiligen Stadtwerke und Kommunen bereits gut für einen Umbau des Energiesystems auf die Erzeugung regenerativer Energien vorbereitet. Ein Sprecher der Verbände erklärte, in Zukunft müsse die Stromversorgung dezentralisiert werden, wofür die Kommunen die richtigen Partner seien. Bereits die von der Regierung beschlossene Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken Ende letzten Jahres, hatten die Stadtwerke kritisiert und auf die Gefahr für die Umstellung auf erneuerbare Energien hingewiesen. “Kommunen und Stadtwerke sind für den Umbau des Energiesystems gut gerüstet und bieten ihre Mitwirkung an dieser zentralen Aufgabe an”, betonten die Verbände jetzt erneut. BEE-Geschäftsführer Björn Klusmann, wies auch auf die große Bedeutung der Umstellung für den Arbeitsmarkt hin. Mit Hilfe der notwendigen und erwarteten Milliardeninvestitionen, werden auch weitere Arbeitsplätze in dieser Branche geschaffen. Allein in diesem Jahr werden rund fünfeinhalb Milliarden Euro in die Energieforschung, sowie in neue Fertigungsanlagen gesteckt. Im kommenden Jahr rechnet der Verband mit einer weiteren Steigerung der Investitionen auf circa 6,2 Milliarden Euro. Ein Festhalten an der riskanten Atomenergie, würde diese Entwicklung lediglich behindern.
Es muss erst immer etwas passieren, bevor die Menschen ihre Bequemlichkeit aufgeben und Maßnahmen, auch zu ihrem eigenen Schutz ergreifen. Das Reaktorunglück in Japan hat in Deutschland, wenige Wochen nach der von der Regierung beschlossenen AKW-Laufzeitverlängerung, die Debatte um die Atomenergie neu entfacht. 80% aller mündigen Bürger verlangen die Abschaltung der deutschen AKWs und den sofortigen Ausstieg aus dem Ausstieg. Kaum eine Woche nach dem so folgenschweren Beben in Japan, macht sich dies auch im Verhalten der Stromverbraucher bemerkbar. Spürbar deutlich beginnt die Nachfrage nach Ökostrom zu steigen. Immer mehr Konsumenten wollen nicht mehr für Strom aus Kernkraftwerken zahlen und wechseln ihre Anbieter. So hat sich beispielsweise bei “Greenpeace Energy” die Zahl der Neuanmeldungen verachtfacht. Allerdings muss dies auch in der richtigen Relation gesehen werden. Zwar ist es schon eine positive Entwicklung, doch aufgrund der bisher starken Zurückhaltung im Wechselverhalten der Kunden, ist auch eine Verachtfachung noch immer nur ein sehr kleiner Teil von Verbrauchern, die es geschafft haben, ihren Stromanbieter zu wechseln. Viele Menschen fürchten, dass Ökostrom sie mehr kostet, als der herkömmliche Mix aus Kohle- und Atomstrom. Doch erstens, werden auch die heute so “sparsamen” Personen in Zukunft für die Lagerung des über tausend Jahre strahlenden Atommülls durch ihre Steuern aufkommen. Zweitens, ist es einfach falsch, dass Ökostrom teurer wäre. Es gibt bereits jetzt etliche Anbieter, für Ökostrom oder einfach Strom ohne Kernenergie, die deutlich günstiger sind, als die großen Stromanbieter. Ein Vergleich lohnt sich.
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Europäische Forscher suchen gemeinsam nach immer neuen Möglichkeiten, auch die Wasserkraft ruhigerer Flüsse für die Energiegewinnung zu nutzen. Aktuell wird ein völlig neues Modell in Mecklenburg-Vorpommern auf der Warnow getestet. Ein Miniatur-Strömungskraftwerk treibt hier auf dem eher trägen Fluss. Die Fließgeschwindigkeit treibt ein Schaufelrad an, dessen Bewegungsenergie wiederum in elektrische Energie umgewandelt wird. Zwar schafft das schwimmende “Kraftwerk” gerade mal fünf Umdrehungen pro Minuten, doch das reicht aus, um relevante Strommengen zu erzeugen. Das Vorbild dafür waren die Schiffsmühlen der alten Römer, die schon vor 1000 Jahren auf diese Art ihr Korn auf Flüssen gemahlen haben. Das Ziel dieser Forschung ist es, herauszufinden, welche Fließgeschwindigkeit, wie viel Strom erzeugt, um so auch für Menschen in entlegenen Winkeln der Erde die Stromversorgung zu gewährleisten. Auch in Krisengebieten ist eine dezentralisierte Stromversorgung oft überlebenswichtig. Weitere Tests sollen in einem Jahr in abgelegenen Ortschaften Skandinaviens und Russlands statt finden. Herausragend ist bei diesem Modell der Stromerzeugung vor allem die hohe Umweltverträglichkeit, da für die schwimmenden Generatoren nicht in die Ökologie der Gewässer und der sie umgebenden Landschaften eingegriffen werden muss.