Der EU-Energiekommissar, Günther Oettinger, hat sich am vergangenen Donnerstag in Moskau mit dem russischen Energieminister, Sergej Schmatko, getroffen. Hauptthema war die steigende Abhängigkeit der europäischen Staaten von Erdgaslieferungen aus Russland. Allein in den kommenden zehn Jahren soll der Umfang der Erdgasimporte aus Russland um 25 Milliarden Kubikmeter Erdgas wachsen. Wie Günther Oettinger erklärte, wird sich der Erdgas-Verbrauch innerhalb der EU bis 2020 von 530 auf 600 Milliarden Kubikmeter pro Jahr erhöht haben. Um die wachsende Abhängigkeit von Gas-Lieferungen aus Russland etwas zu bremsen, sollte ein “südlicher Korridor” Europa auch mit Gas aus Mittelasien versorgen, wie der EU-Kommissar bekannt gab. So ist aktuell die Pipeline “Nabucco” in Planung, die Erdgas vom Kaspischen Meer nach Europa transportieren könnte. Allerdings ist die Umsetzung der Bau-Pläne noch nicht vertraglich gesichert. Der Energieminister Schmatko warb dagegen für das russische Konkurrenzprojekt “South Stream”, dass ähnliche Leistungen erbringen, aber die Abhängigkeit von Russland weiter erhöhen würde. Außerdem widerspräche die Erhöhung der Gaslieferung aus Russland dem Energiepaket der EU, welches die Marktmacht einzelner Lieferländer begrenzt. Zwar soll über eine Ausnahmeregelung für Russland verhandelt werden, doch grundsätzliche Änderungen des Energiepakets lehnt Oettinger ab. Die russische Regierung kritisiert die Begrenzung als “Enteignung”, welche dem Partnerschaftsabkommen zwischen Europa und Russland widerspräche.
Wie bereits von den meisten Energiekonzernen bekannt gegeben wurde, sollen zum Beginn der diesjährigen Heizsaison auch die Gaspreise wieder steigen. Der größte Kostenanteil fällt dafür beim Heizen an. Um hier langfristig Kosten zu senken, hilft nur eine gute Dämmung der Wohnung. Je älter ein Haus ist, umso schlechter ist dieses in der Regel auch gedämmt, so das ein Großteil der Wärme im Winter verloren geht. Zwar sind die Anschaffungskosten für gutes Dämmmaterial nicht unerheblich, doch aufgrund des geringeren Wärmeverlustes amortisieren sich diese Kosten innerhalb weniger Jahre. Zudem profitieren Mieter und Vermieter langfristig, da sich an kalten Wänden Kondenswasser bildet, was zur Schimmelbildung führt, wenn dies nicht rechtzeitig erkannt und behoben wird. Dieser beeinträchtigt nicht nur die Gesundheit der Bewohner, sondern schädigt auch die Bausubstanz. Aktuell unterstützt der Staat sanierungswillige Immobilienbesitzer mit umfangreichen Fördermitteln. Verschiedene Finanzhilfen der einzelnen Bundesländer und Gemeinden stehen derzeit für die Sanierung und Nachrüstung alter Gebäude zur Verfügung. So lange die Möglichkeit von staatlichen Zuschüssen besteht, sollten diese auch genutzt werden. Denn die diesjährige Gas- und Strompreiserhöhung, wird nicht die letzte gewesen sein.

Die Betreiber der Nabucco-Pipeline haben der Regierung von Aserbaidschan ein Angebot für den zukünftigen Transport von Gas nach Europa vorgelegt. Bis zum Ende des Jahres will Aserbaidschan entscheiden, in welches Land und auf welchem Transportweg Gas nach Europa exportiert werden soll. Reinhard Mitschek, der als Geschäftsführer des Nabucco-Pipeline-Konsortiums fungiert ist sicher, dass Aserbaidschan sich für den Gas-Transport über die Pipeline entscheiden wird. “Wir sind überzeugt, dass Nabucco den besten Transportweg für den Gasexport aus Aserbaidschan und anderen Ländern bietet.” Als “das europäische Flaggschiff-Projekt des südlichen Gaskorridors” bezeichnete Mitschek das Nabucco-Projekt. Die Pipeline soll nach ihrer Fertigstellung eine Strecke von fast 4000 Kilometer vom Kaspischen Meer über die Türkei nach Europa führen und die Abhängigkeit durch russischen Gasimporte verringern. Bisher sind Energiekonzerne aus Deutschland, Ungarn, Rumänien Bulgarien, Österreich und der Türkei im Konsortium der Nabucco-Pipeline vertreten. 2013 soll der Bau des Milliardenprojekts beginnen.
Pünktlich zum Herbstbeginn, haben etliche Gasversorger bekannt gegeben, ihre Preise erhöhen zu wollen. Fast 11 Prozent Erhöhung sind durchschnittlich geplant. Damit steigen die Rechnungen der Kunden um 10,7 Prozent. Für eine vierköpfige Familie macht das pro Jahr über 140 Euro an zusätzlichen Kosten aus. Umso dringlicher empfehlen Verbraucherportale ihren Kunden, so schnell wie möglich ihren Anbieter zu wechseln. Noch immer gibt es enorme Preisunterschiede zwischen den einzelnen Unternehmen. Diese lassen sich leicht auf Online-Vergleichs-Rechnern testen. Durchschnittlich 24 Energieanbieter gibt es pro Stadt, die günstigere Preise vorweisen können, als der jeweilige örtliche Grundversorger. Dies ergab eine Wettbewerbsanalyse, bei der die hundert größten Städte Deutschlands untersucht wurden. Wie auch bei Stromanbietern, lohnt sich langfristig der Wechsel zu einem günstigeren Gasversorger. Der positive Nebeneffekt ist, dass dadurch der Wettbewerb belebt wird und auch die großen Konzerne, die bisher von ihren Stammkunden und deren Wechselträgheit profitieren, langfristig ihre Preise nach unten korrigieren müssen.
200 Gasversorger erhöhen ab Herbst ihre Preise, wie das Verbraucherportal “Verivox” berichtete. Durchschnittlich 11 Prozent müssen die Verbraucher im kommenden Winter mehr bezahlen. Einzelne Gegenden sind sogar von einer Erhöhung um 47 Prozent betroffen, was eine Mehrbelastung von 600 Euro pro Jahr für einen durchschnittlichen Haushalt bedeutet. Zu den Gasversorgern die ihre Preise jetzt erhöhen gehören unter anderem EWE, Eon Avacon, oder Mainova. Schon 2010 erhöhten 260 Energieversorger ihre Gaspreise um durchschnittlich 9 Prozent. Als Begründung geben sie an, dass ihre Lieferverträge an den Ölpreis gebunden sind. Dadurch erhöht sich der Gaspreis mit einer Verzögerung von rund 6 Monaten stets nach einer Ölpreiserhöhung. Umfragen ergaben, dass trotzdem wesentlich weniger Verbraucher ihren Gasanbieter wechseln, als ihren Stromversorger.
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