Ein neuer mittelständischer, konzernunabhängiger Gasanbieter ist auf dem Markt. Die Gas.de bietet derzeit zwei Tarife an, die gas.de basic und die gas.de garant. Der Basistarif verspricht Gas zum Discountpreis, eine sechsmonatige Preisgarantie sowie einen Neukundenbonus. Der Tarif gas.de garant bietet Gas zum Festpreis, eine zwölfmonatige Preisgarantie und ebenfalls einen Neukundenbonus. Die Gas.de ist aber nicht ganz neu. Sie war bisher schon in Anbieterwechsel, Kundenservice und Belieferung präsent. Erst jetzt bietet sie selber auch Gas an.
“Zum Herbst werden viele Gasanbieter ihre Preise im zweistelligen Prozentbereich anheben”, sagte Dagmar Ginzel von der unabhängigen Verbraucherzentrale Verivox der Bild-Zeitung. “Für Millionen Haushalte wird die Rechnung ordentlich steigen.” Die Verbraucherzentrale rechnet nach den gesenkten Preisen im Frühjahr und im Sommer mit satten Preiserhöhungen pünktlich zu Beginn der Heizperiode im Herbst. Auch wegen den gestiegenen Einkaufskosten, die erst jeder dritte Versorger an die Kunden weiter gegeben hatte, geht Verivox von den Erhöhungen aus. Die Berliner GASAG hat bereits ihre Preise zum 01. Oktober um durchschnittlich 13 Prozent angehoben. Doch auch beim Gas ist ein Anbieterwechsel möglich und ziemlich einfach. Vierivox erläutert alles auf ihrer Homepage.
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Nach Ansicht des EU-Energiekommissars Günther Oettinger, wird die Abhängigkeit der EU-Länder von den Gaslieferungen aus Russland in den nächsten Jahren noch zunehmen. Gegenüber der Moskauer Zeitung “Kommersant” gab er an, dass sich seiner Meinung nach, die Liefermenge um 25 bis 35 Prozent erhöhen werde. Dabei mit einkalkuliert, hat er auch schon die Gasleitung vom Kaspischen Meer, das so genannte Nabucco-Projekt. Allerdings hat es in gar nicht so ferner Vergangenheit, das letzte Mal vor wenigen Wochen, wiederholt Lieferschwierigkeiten gegeben, ausgelöst durch die Unstimmigkeiten zwischen Russland und der Ukraine, bezüglich der zu zahlenden Rechnungen. Auch dies sprach Oettinger bei seinem Interview an, wohl in der Hoffnung, dass sich dies möglichst nicht wiederhole. Die Europäische Union plant zwar weitere Projekte, zur Deckung des Energiebedarfs in der Zukunft, die Gaslieferungen aus Russland werden aber noch in den nächsten dreißig bis vierzig Jahren einen wichtigen Bestandteil der Energieversorgung Europas ausmachen.
56 Kunden des Oldenburger Energieriesen EWE, hatten 2008 gegen die Gaspreiserhöhung geklagt. Da sie nur teilweise Recht bekamen, legten die Kläger, ebenso wie der Stromanbieter Revision ein. Jetzt hat der Bundesgerichtshof das ursprüngliche Urteil aufgehoben. Er gibt den Klägern überwiegend Recht und erklärt die Preiserhöhungen seit 2007 für ungültig. Das Urteil des BGH ist nicht nur für die Kunden von RWE interessant, gibt es doch Deutschlandweit den Verbrauchern die Möglichkeit, gegen nicht nachvollziehbare Preiserhöhungen rechtlich vorgehen zu können. Nach diesem Urteil dürfen Stromversorger keine „Abweichungen zu Lasten der Kunden einseitig vornehmen.“ Verbraucherschützer sind über das Urteil aber nicht glücklich. Der Prozess barg die Chance, endlich mehr Transparenz bei der Preisgestaltung zu verlangen, die nicht genutzt wurde. Ärgerlich ist auch, dass die Preiserhöhung seit 2007 zwar für ungültig erklärt, aber EWE nicht verpflichtet wurde, die Kunden zu entschädigen. Nach drei Jahren Kampf um das ihnen zustehende Recht, dass EWE ihnen nur aufgrund seiner wirtschaftlichen Macht vorenthalten konnte, ist dies ein unbefriedigendes Ergebnis.
E.ON Ruhrgas plant, flüssiges Erdgas aus Katar zu beziehen. Wie Bernhard Reutersberg, Vorstandsvorsitzender der E.ON Ruhrgas jetzt bekannt gab, plant E.ON vor Allem im Gas-Bereich weitere Märkte zu erschließen, um sich nicht von einem Anbieter, wie Russland, abhängig zu machen. Katar hat das drittgrößte Erdgasvorkommen weltweit. Erste vorgenommene Probebohrungen waren sehr erfolgreich. Auch Äquatorial-Guinea und der Iran haben hohe Gas-Vorkommen, sind aber wegen ihrer politischen Instabilität weniger attraktiv. Seit sechs Monaten verhandelt E.ON mit den Vertretern des Emirats. Aber bis zum endgültigen Vertragsabschluss ist es noch ein weiter Weg.